»Huber ist einer, der

in Möglichkeiten denkt,

nicht in Problemen.«


Süddeutsche Zeitung

Roman Herzog: Erinnerung und Dank

Roman Herzog war ein überzeugter Protestant in öffentlicher Verantwortung.

Wolfgang Huber würdigte den Bundespräsidenten a.D. Roman Herzog, der am 10. Januar 2017 im Alter von 82 Jahren verstarb. Dem Bayerischen Rundfunk sagte der Theologe:

„Roman Herzog hatte von Martin Luther ein realistisches Bild von der Fehlbarkeit des Menschen gelernt. Die Freiheit der Person war deshalb auf die staatliche Ordnungsmacht angewiesen. Aus demselben Grund musste auch die Macht der Regierenden durch ein System demokratischer Kontrolle und richterlicher Überprüfung begrenzt sein.

Diese liberal-konservative Haltung vertrat er manchmal gemeinsam mit seinem streitbaren, linksliberalen Kollegen Helmut Simon, der wie er ein überzeugter Protestant und Richter am Bundesverfassungsgericht war. Gemeinsam stellten sie im Jahr 1985 die Haltung evangelischer Christen zu unserer Demokratie öffentlich dar und zeigten, dass evangelische Klarheit sich gut mit einer Pluralität politischer Akzente verträgt.

Von 1971 bis 1980 war Herzog Vorsitzender der Kammer der EKD für öffentliche Verantwortung. Beinahe zwanzig Jahre lang gehörte er der Synode der EKD an. Als Bundespräsident regte er den Gedenktag für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft am 27. Januar an. So haben wir bleibenden Anlass, uns immer wieder in Dankbarkeit an ihn zu erinnern.“

Nachruf auf Roman Herzog in der Zeitung "Die Kirche" (Ausgabe 04/2017 vom 22. Januar 2017) als PDF

Zum Seitenanfang